Positionen

Hier finden Sie die wichtigsten Stellungnahmen der vips zu behördlichen Vernehmlassungsvorlagen, Positionspapiere zu aktuellen politischen Diskussionen, Medienmitteilungen und Pressestimmen. Alle Dokumente sind geordnet nach Datum und Thema:

25. September 2019

Der Kampf für kostengünstige Arzneimittel gegen leichte gesundheitliche Beschwerden

Zug (22.09.2019) Für den Kauf zahlreicher rezeptfreier Medikamente gegen leichte Gesundheitsbeschwerden wurde anfangs 2019 die Rezeptpflicht eingeführt. Die vips hat schon 2018 nachgewiesen, dass dadurch zusätzliche Umtriebe für die Patientinnen und Patienten und deutlich höhere Preise für unser Gesundheitssystem entstehen. Dieses wird unnötigerweise mit Mehrkosten von rund 100 Millionen Franken belastet.

Im Auftrag des Parlaments hat Swissmedic Arzneimittelumteilungen vorgenommen, die zu einer einfacheren Zugänglichkeit für Medikamente gegen leichte Erkrankungen hätten führen sollen. Dies fand nur teilweise statt. Für zahlreiche Produkte wird die Zugänglichkeit erschwert, indem sie der Rezeptpflicht unterstellt werden, ohne dass sie eine höhere Gefährdung als bisher aufweisen. Diese Höhereinstufungen verteuern die Medikamente gegen leichte gesundheitliche Beschwerden massiv und ihr Zugang wird eingeschränkt, obwohl dokumentierte Ausnahmen möglich sind.

Die vips hat ermittelt, dass mit Mehrkosten von rund CHF 100 Mio. für das Gesundheitssystem zu rechnen ist.

Sie setzen sich wie folgt zusammen:

– Dokumentationspflicht: Eine Umfrage bei Apotheken hat ergeben, dass die neu eingeführte Dokumentationspflicht pro Packung knapp 10 Minuten dauert. Bei rund 4 Millionen betroffenen Packungen ergibt sich für die Apotheken ein Zusatzaufwand von 60‘000 Apothekertagen oder 250 Vollzeitstellen. Wenn man mit jährlichen Vollkosten pro Apotheker und Jahr von CHF 200‘000 rechnet, entspricht dies CHF 50 Millionen Zusatzkosten für das Schweizerische Gesundheitssystem.
– Preiserhöhung Distribution: Aufgrund unterschiedlicher Kalkulationsvorgaben für die Preise in den Listen C und B ist mit Zusatzkosten von CHF 4 Millionen jährlich zu rechnen.
– Mehr Arztbesuche: Eine Umfrage bei Apotheken hat ergeben, dass mehr als ein Viertel der Patientinnen und Patienten zum Arzt gehen werden, damit sie die neu sehr viel teureren Medikamente über die Krankenversicherung vergüten lassen können. Bei ca. einer Million betroffener Packungen ergeben sich bei Durchschnittskosten pro Arztbesuch von nur CHF 50.- bereits Zusatzkosten von CHF 50 Millionen.

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Positionspapier Der Kampf für kostengünstige Arzneimittel gegen leichte gesundheitliche Beschwerden

3. Juli 2019

Unsicherheit mit der EU schadet der Patientenversorgung in der Schweiz

Zug (01.07.2019) Die Unsicherheiten aus dem derzeitigen Powerplay zwischen der EU und der Schweiz gefährden auch die Versorgung der Schweizer Bevölkerung mit Arzneimitteln und Medizintechnik. Denn auf dem Spiel stehen auch Abkommen mit der EU, deren Fortbestand über den Marktzugang für die Schweiz entscheiden.

Der Rahmenvertrag mit der EU wurde von der Schweiz bisher nicht unterzeichnet. Die EU verwehrte der Schweiz darauf die Börsenäquivalenz. Nun hat der Bundesrat auf 1.7.2019 Retorsionsmassnahmen gegen die EU in Kraft gesetzt. Auch die Schweiz verweigert ab sofort den EU-Börsen die Äquivalenz.

Eine geordnete und positive wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der EU bedeutet für die Schweiz mit einem Gesamt-Exportvolumen in die EU von CHF 120 Mrd. sehr viel. Die Schweiz profitiert im Vergleich zu allen europäischen Staaten vom EU-Binnenmarkt am meisten .

Ohne eine Einigung mit der EU zum bilateralen Verhältnis, ist auch das Abkommen über die technischen Handelshemmnisse («Mutual Recognition Agreement», MRA) und damit der gegenseitige Marktzugang in Gefahr. Mit dem MRA ist heute sichergestellt, dass die für Industrieprodukte notwendigen Zertifizierungs- und Zulassungsprozesse gegenseitig anerkannt werden. Das Abkommen garantiert den Wirtschaftsakteuren in 20 Produktebereichen den Marktzugang zum Europäischen Binnenmarkt wie den Konkurrenten aus der EU.

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Positionspapier Rahmenvertrag EU

4. Mai 2019

Unsoziale Zweiklassenmedizin 
durch Referenzpreise

Zug (28.04.2019) Das vom Bundesrat vorgelegte Paket 1 zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen schiesst am Ziel vorbei. Es wird stattdessen eine unsoziale Zweiklassenmedizin geschaffen. Patientinnen und Patienten müssten zusätzliche Kosten im Umfang von mehr als CHF 40 Mio. pro Jahr berappen, die nicht an die Franchise angerechnet werden können.

Der Bundesrat hat Mitte September 2018 sein erstes Paket zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen in die Vernehmlassung geschickt. Darin enthalten sind zwei Varianten eines Referenzpreissystems für Medikamente. Bei beiden Varianten wäre die Wahlfreiheit für Patientinnen und Patienten wie auch für die Leistungserbringer stark eingeschränkt. Die Bevölkerung müsste private Zuzahlungen in Kauf nehmen. Als Folge der vorgeschlagenen Regulierung würden Engpässe bei der Medikamentenversorgung zunehmen.

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Positionspapier Referenzpreise Nein