75. Jubiläums-Generalversammlung vom 15. Mai 2025 in Luzern – ein toller Anlass

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Am Donnerstag, 15. Mai 2025, fand die Jubiläums-Generalversammlung der vips statt und über 100 Mitglieder und Gäste fanden den Weg ins Mandarin Oriental Palace in Luzern.

Das Programm präsentierte sich mit zwei eindrücklichen Panel Gesprächen und einer Ansprache von Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider äusserst kurzweilig.

Die Bundesrätin sprach über den Wert der Pharmaindustrie für Gesellschaft, Patienten und den Wirtschaftsstandort Schweiz, die Wichtigkeit von fairen und nachvollziehbaren Preisen für Medikamente und eine Anbietervielfalt zum Wohl der Patienten sowie den Stellenwert der politischen Kultur in der Schweiz, die auf Pragmatismus und Kompromissbereitschaft fusst. Kompromisse nicht als Zeichen der Schwäche, wie das die aktuelle Machtpolitik geradezu vermuten lässt. Vergütung und Zugang zu Innovationen seien auch für sie zentrale Anliegen, so BR Elisabeth Baume-Schneider. Und – für die Schweiz als kleines Land zähle, sich möglichst robust und resilient aufzustellen in einer disruptiven Welt. Dies ginge nur gemeinsam mit gegenseitigem Vertrauen.

Nach den starken Voten der Bundesrätin verstand es Moderatorin Carolin Roth, den Panelteilnehmenden mit viel Fingerspitzengefühl und ihren gekonnt platzierten Fragen markante und authentische Aussagen zum Thema „Ist unser Gesundheitssystem noch patientengerecht?“ zu entlocken.

Das Publikum hörte gebannt zu, als Patientin und Ärztin KD Dr. med. Patricia Fodor, ihre Geschichte erzählte. Während der Corona Pandemie stand sie als Leiterin der Intensivstation am Stadtspital Triemli in Zürich unter starkem Druck, obwohl sie selbst schwer erkrankt war an Amyloidose, einer seltenen Krankheit, bei der abnorm gefaltete Proteine sich zu sogenannten Amyloidfibrillen verketten, die sich in verschiedenen Geweben und Organen ansammeln und mitunter zu Organfehlfunktionen, Organversagen und Tod führen. Heute geht es ihr dank einer Herztransplantation und viel Durchhaltewillen gut und wenn sie eindringlich sagt «Der Frühling ist nichts Selbstverständliches mehr, ich bin jeden Tag dankbar» fühlt sich so manch einer im Plenum an das Geschenk eines gesunden Lebens erinnert.

Roman Käser, Patient Typ-2-Diabetes, eine Erkrankung des Stoffwechsels, die dazu führt, dass der Blutzuckerspiegel ansteigt, beginnt seine Schilderungen mit dem markanten Spruch «Ich bin sozusagen medizinischer Mainstream».  Seine Ausführungen sind dann nicht minder eindrücklich, wenn er erklärt, wie schwer zugänglich eine Diabetiker Therapie ist und wie schwierig sich die Vergütungssituation in diesem Bereich präsentiert. Der Machtkampf bliebe schliesslich am Patienten hängen, obwohl es bei seinem gesundheitlichen Problem ja nicht um ein Luxusgut, sondern um Blutzucker geht. Auf die eingangs gestellte Frage „Ist unser Gesundheitssystem noch patientengerecht?“ meinen beide Patienten allerdings versöhnlich, dass sie sich als Betroffene gut aufgehoben fühlten, das Gesundheitssystem und die medizische Versorgung in der Schweiz schon sehr gut seien und vieles deshalb auch als Klagen auf hohem Niveau betrachtet werden könne.

Nach diesem packenden Gespräch diskutierte ein hochkarätiges Panel mit Yvonne Feri, Präsidentin ProRaris und Alt-Nationalrätin, Dr. Reto Kessler, BeiGene Switzerland GmbH Country Manager, Dr. Fridolin Marty, Leiter Gesundheitspolitik economiesuisse sowie Prof. Dr. med. Roger von Moos, Direktor Tumorzentrum und Forschungszentrum am Kantonsspital Graubünden zur Frage «Ist unser Gesundheitssystem noch patientengerecht?» Es sind sich alle einig, dass bei Zulassungs- und Vergütungsthemen die Patientenstimme in der Schweiz noch zu wenig stark wahrgenommen wird. Es nütze nichts, wenn die Patientenstimme zwar eingebunden, aber nicht gehört werde. Es gelte, die Patientensicht besser zu nutzen, denn die Patienten sind die eigentlichen Experten ihrer Krankheit, sie seien oft die besseren Ärzte für ihre eigenen Krankheit. Wir machen viel für die Patienten, aber wenig mit den Patienten. Wichtig sei, das Preisfestsetzungssystem zu modernisieren, Bürokratie abzubauen respektive die Regulierungsdichte abzuspecken. Zum Schluss der Diskussion ging die Runde der Frage nach, ob es sinnvoller sei, Innovation zu vergüten oder vielmehr die Wirksamkeit. Ein interessanter Gedanke, der in diesem Setting aber nicht abschliessend behandelt werden konnte. Auch der eindringliche Appell, den frühen Zugang der Patienten zu innovativen Medikamenten gerade auch durch mehr klinische Studien in der Schweiz zu gewährleisten, dürfte die aufmerksame Zuhörerschaft erreicht haben.

Mit dem Schlussvotum von vips Präsident Marcel Plattner „weg von der Kontrollitis hin zu einem Vertrauenssystem“ und ganz viel Inspiration aus den Gesprächsrunden gings dann auch sogleich hinein in einen stimmungsvollen Abend mit einem herrlichen Apéro auf der Terrasse, einem wunderbaren Dinner und einem speziellen Showact mit Mona Seebohm und ihrer Laser Violine.

Als filmischer Höhepunkt wurde das exklusive vips Jubiläumsvideo zum ersten Mal der Öffentlichkeit gezeigt – ein herzliches Dankeschön allen Protagonisten für ihren tollen Einsatz.

Film ab

https://lnkd.in/dHUycztV

Ein Event ist so einmalig und stimmungsvoll, wie es seine Gäste sind – in diesem Sinne nochmals ganz herzlichen Dank allen Gästen, dass Sie unsere 75. vips Jubiläums-Generalversammlung mit Ihrer Präsenz bereichert haben. Toll zu sehen, wie rege einmal mehr die Gelegenheit für Interaktion, Informationstransfer und Denkimpulse von vips Mitgliedern und Gästen genutzt wurde.

Text von Liliane Scherer, Leiterin Kommunikation & Public Relations vips

 

Jubiläumsvideo und Fotoimpressionen von Manuela Schuler, atelier31.ch