vips Forum aktuell: Spannende Impulse, engagierte Referentin und grossartige Beteiligung
Am Donnerstag, 17. September 2026, fand in Zürich das dritte vips Forum aktuell in diesem Jahr statt. Über 80 Teilnehmende aus den vips Mitgliederfirmen nutzten die Gelegenheit, sich über die aktuellen Entwicklungen in unserer Branche zu informieren und das persönliche Netzwerk zu pflegen.
Ein besonderer Mehrwert der vips Veranstaltungen sind die regelmässigen Impulsreferate externer Gäste, die spannende Einblicke in unterschiedliche Bereiche des Gesundheitswesens Schweiz ermöglichen.
Dieses Mal durften wir Christine de Kalbermatten in unserem Kreis begrüssen. Frau de Kalbermatten zeigte in ihrem Referat eindrücklich die konkreten Herausforderungen von Menschen mit seltenen Krankheiten und ihren Angehörigen auf – von langen Diagnosewegen und Unsicherheiten beim Zugang zur Versorgung bis hin zu erheblichen psychosozialen Belastungen.
Sie unterstrich die Bedeutung einer koordinierten Versorgung, der Vernetzung medizinischer und psychosozialer Angebote sowie starker Patientenorganisationen.
Eine ihrer vielen starken Botschaft -> Wo keine Behandlung zur Verfügung steht, kann psychosoziale Begleitung selbst zu einem wichtigen therapeutischen Ansatz werden.
Wer ist Christine de Kalbermatten?
Christine de Kalbermatten ist Mutter einer jungen Erwachsenen mit einer ultraseltenen Krankheit. Nach ihrem Studium der Pharmazie und einer Nachdiplomausbildung in klinischer Pharmazie spezialisiert sie sich auf die Begleitung von Menschen mit einer genetischen Krankheit und ihren Familien im Hôpital de la Pitié-Salpêtrière in Paris. Ihre Diplomarbeit widmet sie der Situation von Walliser Familien, die von einer seltenen Krankheit betroffen sind.
Danach bildet sie sich in den Bereichen Sozialversicherungen und Case Management weiter. Sie wird Vizepräsidentin von ProRaris, Allianz Seltene Krankheiten Schweiz, und arbeitet dann als Verantwortliche des von ihr initiierten Pilotprojekts ABK Wallis “Ausbilden – Begleiten – Koordinieren”.
Seit April 2019 leitet sie MaRaVal – maladies rares valais – seltene krankheiten wallis, welches sie im Jahr 2017 gegründet und von 2017 bis 2019 präsidiert hat.
Was ist MaRaVal?
MaRaVal – maladies rares valais – seltene krankheiten wallis ist eine gemeinnützige kantonale Patientenorganisation. Der Verein wurde im August 2017 gegründet und im Juni 2025 in eine Stiftung umgewandelt. Sein Sitz befindet sich in Sitten.
Bedeutende Stationen auf dem Weg von MaRaVal
- Christine de Kalbermatten führte 2013 im Rahmen ihrer Spezialisierung in der Begleitung von Menschen mit einer genetischen Krankheit und ihren Familien im Wallis eine Umfrage durch. Die Resultate zeigten auf eindrückliche Art die Bedürfnisse der betroffenen Familien auf.
- Das Ausmass der Bedürfnisse führte zur Lancierung des von Christine de Kalbermatten initiierten Projekts ABK Wallis (“Ausbilden – Begleiten – Koordinieren”). ABK macht den Kanton Wallis zum Leader im Bereich der seltenen Krankheiten.
- 2017 wurde MaRaVal gegründet, um die im Rahmen dieses Projekts eingeführten Dienstleistungen zu übernehmen, weiterzuentwickeln und langfristig zu sichern.
- Im Jahr 2019 lancierte MaRaVal mit der Hochschule für Gesundheit der HES-SO Valais-Wallis ein in der Schweiz einzigartiges CAS unter dem Titel: Interdisziplinäre und interprofessionelle Koordination bei seltenen und / oder genetischen Krankheiten.
- Die Gründung von MaRaVal antwortet auf den Bedarf nach einer zentralisierten Referenzorganisation. Die Lancierung des neuen CAS beseitigt die Lücke im Bereich der Weiterbildung und Spezialisierung.
- Im 2020 erteilt die Dienststelle für Gesundheitswesen des Kantons Wallis MaRaVal einen Leistungsauftrag und anerkennt so die Qualität der geleisteten Pionierarbeit.
Gemeinsam statt einsam
Die meisten Organisationen für seltene Krankheiten in der Schweiz richten sich an Patienten mit einer bestimmten Krankheit oder Krankheitsgruppe. MaRaVal geht davon aus, dass die Schwierigkeiten für alle Patientinnen und Patienten ähnlich sind, auch wenn die Krankheiten verschieden sind. Aus diesem Grund wendet es sich – im Sinne eines Paradigmenwechsels – an alle von einer seltenen Krankheit betroffenen Personen im Wallis, unabhängig von ihrer Pathologie. MaRaVal unterstützt Betroffene auch auf ihrer langwierigen und ermüdenden Diagnoseodyssee.
Hier finden sich weitere Informationen zu MaRaVal

Mit dem vips Forum aktuell, das viermal jährlich stattfindet, bietet die vips ihren Mitgliedern eine etablierte Plattform für aktuelle Informationen zu den Herausforderungen der Branche sowie für den persönlichen Austausch und die Vernetzung. Gleichzeitig liefern die Fragen, Anregungen und Diskussionen aus dem Kreis der Mitglieder wertvolle Impulse für die Arbeit von Geschäftsstelle und Vorstand.
Wir bedanken uns bei allen Referierenden und Teilnehmenden für den engagierten Austausch und freuen uns bereits auf die nächste Ausgabe des vips Forum Aktuell Anfang Dezember 2026.


